Ausstellung Peinture Pure?

in der Galerie Verein Berliner Künstler
vom 28.01.2017 bis 19.02.2017

Eröffnung am 27.01.2017 um 19 Uhr

Die Sehnsucht nach Malerei ist ungebrochen, doch der vorwiegend
nicht gegenständlichen Malerei haftet so etwas wie „Beliebigkeit“,
„technischer Einfachheit“ oder gar „Unpolitischem“ an.

Mit den Arbeiten der fünf Künstlerinnen -Birgit Borggrebe, Marianne
Gielen, Simone Kornfeld, Ina Lindemann und Ute Richter – führt die
Ausstellung einen offenen Diskurs zur gesellschaftlichen Relevanz
„reiner Malerei“, denn hier geht es um malerische Standpunkte als
politisches Statement! In dieser Ausstellung liegt der Fokus auf der
puren MALEREI , ohne ausschließlichen Gegenstandsbezug. Malerei,
die nur aus sich selbst heraus eine Farb/Formensprache entwickelt und
dadurch andere Erfahrungswelten erschließen kann.

Die Anfänge dieser Debatte über die „befreite“ Malerei liegen in der
französischen Avantgarde der 10 er Jahre des 20. Jahrhunderts.
Apollinaire erwähnt die „Peinture pure“ schon 1912 als Abkehr von der
akademischen Kunst wie sie von Delaunay, van Doesburg und
anderen Künstlern dieser Zeit entwickelt und praktiziert wurde. Und
gerade darum geht es: die `REINE MALEREI` war von Beginn an ein
politisches Statement, eine Malerei, die sich jeder Vorschrift und jedem
Zwang widersetzte und sich ihren Weg aus der akademischen
Salonkunst bahnte, jenseits von realistischer Abbildhaftigkeit oder
illustrativer Instrumentalisierung.

Was gilt heute noch davon ? Sind die gegenstandslosen Bilder wirklich
so ´autonom`, wie seitdem behauptet wird ? Hier geht es nicht nur um
die Befreiung der Malerei vom Gegenstand, sondern auch um den
Freiraum des Betrachters, der sich seine eigenen Bildräume/
Gedankenräume erschließen kann oder auch in verschiedenen
Abstraktionsmustern verschiedene Realbezüge assoziieren kann. Was
passiert in den Bildern, was lösen diese beim Betrachter aus? Kann die
viel zitierte „Bildautonomie“ ein Akt individueller Behauptung sein in
einer medial-normierten Gesellschaft, in einer Welt, in der die Ästhetik
der Norm herrscht ? Kann eine radikal formulierte Malerei als
individueller Impuls in gesellschaftliche Sichtweisen einfließen ?

Birgit Borggrebes Bilder sind „poetische Begegnungen mit einer
albtraumhaften Wirklichkeit…aus ihnen atmet etwas, das als
ästhetischer Protest verstanden werden kann, dass unsere Welt nicht so
ist, wie sie sein sollte…dennoch klingt eine Sehnsucht nach dem
Paradies“ in ihnen an.

In Marianne Gielens Bildern geht es um Zeichen. Die Zeichen setzende
Hand ist in jeder Hinsicht Ausdruck… auch einer geistig-kulturellen, wie
seelischen Verfasstheit. Der aus der Zeichenbewegung der Hand
wachsende Linienstrom mit den sich überlagernden und
verdichtenden bildhaften Spuren wird zugleich zum Zeichen für die
Entäußerung meditativer Energien…

Simone Kornfelds Arbeiten haftet etwas Unbestimmtes, Aufgelöstes,
Verwischtes an, deren Konturen gerade noch zu erahnen sind, jenseits
vom durchdeklinierten, akademischen Bildraum. Die „Anarchie der
Farbe“ ist hier Grundprinzip und künstlerische Haltung zugleich.

Ina Lindemanns Bilder sind keine Fragezeichen, sondern
Ausrufezeichen. Mit splashes und Gewichtungen setzt sie eine
abstrakte Farbakzentuierung, die äußerster emotionaler Entladung
entstammt. Sie spielt dabei mit Leerräumen als Denkräumen und
Aussagen, zwischen denen sich die Spannung ihrer Bilder entfacht.

In Ute Richters Arbeiten spiegelt sich die bedrohliche Ungewissheit
unserer Zeit und die Suche nach Orientierung.Sie bedient sich dabei
aktueller Bruchstücke von Fotos und Zeitungsaus-schnitten als
Ausgangsmaterial, als Impuls für ihre Bilder. Es entstehen schwer zu
entschlüsselnde, spannungsvolle Gesamtkompositionen, die neugierig
machen.

Der Verein Berliner Künstler (VBK) ist eine selbstverwaltete und unabhängige Vereinigung bildender Künstler/innen, die in Berlin leben und/oder arbeiten. Die vereinseigene Galerie am Schöneberger Ufer wirkt als Plattform für unterschiedliche Ausstellungsformate sowie Diskursveranstaltungen. Darüber hinaus kooperiert der VBK mit nationalen wie internationalen Organisationen und realisiert Kunstprojekte im In- und Ausland. Gegründet 1841 ist der VBK der
älteste Künstlerverein Deutschlands und repräsentiert derzeit 120 aktive
Mitglieder.

Pressekontakt
Info@vbk-art.de
Tel.030/2612399
Mo-Fr 10-15 Uhr

Projektleitung
Birgit Borggrebe   und Simone Kornfeld




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